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· 6 Min. Lesezeit

Wie war die Fliegerkadettenausbildung wirklich? Ein Mann aus der Class 61-E erzählt

Fünfzehn Monate, härter geht es kaum. Errol Severe machte 1961 seinen Abschluss auf der Vance AFB und nimmt seitdem kein Blatt vor den Mund.

Errol D. Severe neben einer T-33 Shooting Star auf dem Silver Wings Field

Das Fliegerkadettenprogramm machte aus Zivilisten Militärpiloten, Navigatoren und Bombenschützen. Dazu nahm es Männer, die ohne Dienstgrad und ohne Flugerfahrung aus dem Zug stiegen, und schickte sie durch eine Ausbildung, die darauf ausgelegt war, ihre Belastungsgrenze frühzeitig zu ermitteln. Errol D. Severe durchlief sie und machte seinen Abschluss.

Ich vermittle, wie es wirklich war – schließlich war ich dabei.

Errol D. Severe, Class 61-E

Fünfzehn Monate auf der Vance Air Force Base

Errol schloss 1961 als Angehöriger der Class 61-E das Pilotenausbildungsprogramm für Fliegerkadetten der USAF auf der Vance Air Force Base ab – fünfzehn Monate, härter geht es kaum. Im aktiven Dienst flog er KC-97-Tankflugzeuge, wurde 1963 von Delta Airlines eingestellt und ging 1985 in den Ruhestand. Diese Abfolge sollte man sich vor Augen führen: Das Programm war so hart, dass allein sein erfolgreicher Abschluss als Qualifikation galt – und die Fluggesellschaften wussten das.

Der Ausbildungsweg in den museumseigenen Fotografien

Museumswand zum Ausbildungsweg der Kadetten: Zivilisten steigen aus dem Zug, und Schweiß und Lernen machen aus ihnen Piloten, Navigatoren und Bombenschützen des Army Air Corps
Der Ausbildungsweg der Kadetten in Bildern – als Zivilisten hinein, als Flugbesatzungen hinaus. Die Wand gehört zu den ersten Dingen, die man drinnen sieht.

Fluggrundausbildung, Basisausbildung, dann die Flugzeuge. Parallel dazu lief die Bodenschule – Navigation, Wetterkunde, Triebwerke, Verfahren –, denn ein Kadett, der fliegen, aber nicht denken konnte, war für niemanden zu gebrauchen. Disziplin gehörte ständig und ganz bewusst dazu, und aus der Ausbildung auszuscheiden war nichts Ungewöhnliches und kein Grund, sich zu schämen.

Als der Preis zu zahlen war

Eines der stillsten Exponate des Museums ist die Fußkiste des Flugkadetten Robert E. Bialas. Sie blieb genauso erhalten, wie sie an dem Tag war, als er 1960 bei einem Flug mit einer AT-6D während der Fluggrundausbildung ums Leben kam. Sie steht neben dem Pilotenhelm eines P-12-Piloten. Niemand braucht eine Bildunterschrift, um zu verstehen, was das Programm den Männern abverlangte.

Die Fußkiste des Flugkadetten Robert E. Bialas, erhalten in dem Zustand von 1960, neben dem Pilotenhelm eines P-12-Piloten
Fluggrundausbildung, 1960.

Blindflug lernen in einer blauen Kiste

Der Instrumentenflug wurde zunächst am Boden im Link Instrument Trainer gelehrt – der „Blue Box“. Dieses Gerät neigte und drehte sich auf dem Werkstattboden, während der Kadett darin allein nach Instrumenten flog. Der Link Instrument Trainer des Museums ist ausgestellt; der Kartentisch ist geöffnet, sodass man die Mechanik im Inneren sehen kann.

Das Ende des Programms

„Die Flieger-/Flugkadetten marschieren in die Geschichte ein“, steht auf einer der Ausstellungstafeln. Errol schrieb das Buch darüber – „Die Letzten ihrer Art“ – und organisierte 1997 auf der Kelly Air Force Base das erste Wiedersehen der Flugkadetten, an dem 1,000 Menschen teilnahmen. 1994 errichteten er und seine Frau Beth Aviation Cadet World in den Hügeln der Ozarks, damit es einen Ort gab, an dem die Erinnerung an das Programm lebendig gehalten werden konnte.

Dies wird kein trockenes Museum sein, sondern ein lebendiges Erlebnis – ein Ort, an dem jeder Mann, jede Frau und jedes Kind in die glorreichen Zeiten des Kadettenkorps zurückreisen kann.

Errol D. Severe, 1994

Noch immer leitet er während der Saison jede Vorführung selbst, jeweils um 3:00 PM. Wer die Geschichte der Ausbildung aus erster Hand hören möchte, ist dort genau richtig.